Siedlung - 24. September 2026

Komfort im Sommer dank Freecooling

Die Siedlung Riethöfe bietet ein hohes Mass an Kühlungs- und Heizungskomfort – ohne die Umwelt zu belasten. Das Anergienetz benötigt zwar hohe Investitionen, versorgt dann aber die Siedlung zuverlässig mit CO2-freier Energie.

Wenn es über 30 Grad heiss wird im Schweizer Mittelland, ächzen Menschen und Natur unter der Hitze. Die Wohnungen in den Riethöfen sind dafür gewappnet, denn sie verfügen über ein sogenanntes Freecooling: Durch die Bodenheizung wird kühles Wasser gepumpt.

«Wir sind froh, haben wir von Anfang an ein nachhaltiges Energiesystem geplant, das auch Freecooling im Sommer vorsieht», Christoph Felder, Leiter Bau bei der bahoge-Wohnbaugenossenschaft. «So lassen sich die Wohnungen komfortabel temperieren.» Jil Bähni, Projektleiterin bei der beauftragten Planforum AG in Winterthur ergänzt: «Beschattet man die Wohnung optimal, liegt die Raumtemperatur drei bis vier Grad unter einer ungekühlten Wohnung. Das wird als angenehm empfunden.»

Das Wasser kommt aus dem Heizkreislauf der Siedlung, einem sogenannten Anergienetz; im Sommer wird es ins 14 Grad kühle Erdreich gepumpt und anschliessend in die Wohnungen geleitet. Die Bewohner:innen können die Kühlung individuell ein- oder ausschalten.

Schematische Darstellung der Energieversorgung der Siedlung Riethöfe
Die Energieversorgung ist klimafreundlich konzipiert. Sie nutzt die Temperatur des Bodens im Sommer für die Kühlung und im Winter für die Heizung. Auch das Warmwasser wird mit Wärme aus dem Boden erhitzt, möglichst mittels Strom aus der Solaranlage.

Erdwärme und Grundwasser fürs Heizen

Wird es Winter, kommt die Heizung zum Zug: Nun wird die Erdwärme und die Wärme des Grundwassers genutzt, um die Bodenheizungen zu versorgen und Warmwasser zu produzieren. Allerdings braucht es dazu Wärmepumpen, die die Wärme auf ein höheres Niveau bringen: 65 Grad für das Warmwasser, maximal 32 Grad für die Heizung.

Den Strom für die Wärmepumpen liefern zu einem grossen Teil die Solarpanels auf den Dächern.

Bohrungen für das Anergienetz auf der Baustelle Riethöfe
Rohre für das Anergienetz werden in den Boden verlegt.
Zum Anergienetz gehören viele im Boden verlegte Rohre, die das warme oder kühle Wasser zu den Häusern leiten.

Solaranlagen kommen aus der Region

Wie bei den anderen Arbeitsgattungen legt die Trägerschaft auch in der Energieversorgung Wert auf regionale Wertschöpfung. Die Indach-Solaranlage stammt von der Firma Soltop Energie AG, einem im benachbarten Elgg domizilierten Unternehmen. Ebenso aus Soltop-Produktion: Die Frischwasserstationen fürs Warmwasser und die Pufferspeicher. Der Solarpionier Fritz Schuppisser, einer der Initianten der Riethöfe, gründete den Betrieb im Jahr 1984.

Drohnenaufnahme von Solaranlagen auf dem Dach eines Bauprojekts in Winterthur
Ähnlich wie in diesem Winterthurer Bauprojekt wird auch in den Riethöfen eine so genannte Indach-Solaranlage verbaut.